Türkiye Cumhuriyeti

Düsseldorf Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

I. Dünya Savaşı'nda Osmanlı-Almanya ilişkileri hakkındaki "Playing Lawrance on the other side" başlıklı serginin açılışında yapılan konuşma, 29.10.2014

Sehr geehrte Frau Ulrike Westkamp (Wesel Belediye Başkanı)
Sehr geehrter Prof. Dr. Jürgen Wilhelm
Sehr geehrter Herr Andreas Thomas Siegel (Referatsleiter im Auswartigen Amt Berlin)
Sehr geehrter Herr Armin Huber (Regionalbotschafter der NRW-Stiftung)
Sehr geehrter Prof. Dr. Thomas Schleper Landesmuseumsdirektor – Landesmuseumdirektor)
Sehr geehrter Herr Dr. Veit Veltzke (Museumsdirektor – Preussen Museum Wesel)
Verehrte Teilnehmer,
Verehrte Vertreter der Medien,

Die Türkisch-Deutschen Beziehungen reichen weit zurück in die Vergangenheit. Die diplomatischen Beziehungen haben im Jahre 1763, also vor 251 Jahren, angefangen. Das Verhältnis zu Deutschland hatte in unserer Geschichte immer einen besonderen Platz gehabt. Beide Länder waren in den letzten Jahren des Osmanischen Reiches verbündet, sie standen im Weltkrieg auf der gleichen Seite und waren Verbündete.

Als der Krieg vor 100 Jahren ausbrach, war das Osmanische Reich ein Land, das noch zwei Jahre zuvor in den Balkankriegen schwerste Verluste erlitten hatte. Im Ersten Weltkrieg nahm das Osmanische Reich eine Sonderstellung im Vergleich unter den kriegführenden Mächten ein: Die Grossmächte wollten die Welt unter sich neu aufteilen. Das Osmanische Reich aber befand sich auf der Speisekarte.

Die Dardanellen gehörten zu den wichtigsten Schauplätzen des Krieges. Auch hier kämpften türkische und deutsche Soldaten Seite an Seite gegen überlegene Angreifer. Als am 18. März 1915 der Angriff auf die Dardanellen begann, waren England, Frankreich und Russland sich sicher, dass die alliierte Flotte schon am Abend des selben Tages vor der osmanischen Hautpstadt erscheinen würde. Bekanntlich haben sich diese Hoffnungen nicht erfüllt. Der Angriff der kombinierten britisch-französischen Flotte, die mit 18 Schlachschiffen die mächtigste Flotte darstellte, die bis dahin die Weltmeere befahren hatte, wurde abgewehrt. Bei dieser Abwehr haben die Krupp-Kanonen, die hier im Ruhrgebiet hergestellt worden waren, und deutsche Offiziere, die den türkischen Verteidigern wichtige Hinweise geben konnten, einen wichtigen Beitrag geleistet. Die entscheidende Rolle spielten aber die 26 Seeminen, die das kleine türkische Minenboot Nusret insgeheim hatte verlegen können. Mit Hilfe dieser Minen wurden drei Schlachtschiffe versenkt und weitere schwer beschädigt. Dieses Minenboot Nusret war in Kiel gebaut worden. Der britische Marineminister Churchill erklärte nach dem Krieg, dass diese 26 Minen den Weltkrieg um drei Jahre verlängert hätten.
Da alle involvierten Großmächte die osmanischen Territorien für sich beanspruchten, war der Weltkrieg für die Türken ein Krieg, in dem es um die Verteidigung der Heimat und der nationalen Existenz ging. Die Tatsache, dass in diesem Krieg, der unter größten Entbehrungen und mit immensen Verlusten an Menschenleben ausgefochten worden ist, türkische und deutsche Soldaten Seite an Seite gekämpft haben, hat im türkischen Volksbewußtsein tiefe Spuren hinterlassen. So kommt es, dass heute, obschon seit dem Weltkrieg hundert Jahre vergangen sind, in der Türkei die Deutschen mit besonderer Sympathie betrachtet werden. Diese Gefühle, die im türkischen Volksempfinden verankert sind, bieten heute eine gute Grundlage, um die deutsch-türkische Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Sehr geehrte Zuhörer,

Ich möchte auf den wichtigsten Faktor der türkisch-deutschen Beziehungen eingehen, auf den Faktor Mensch. In Deutschland leben über 3 Millionen Menschen türkischer Herkunft. Jedes Jahr besuchen ca. 5 Millionen deutsche Touristen unser Land und ca. 60.000 Deutsche haben in unserem Land eine zweite Heimat gefunden. Ich denke, es ist nicht einfach, in internationalen Beziehungen ein vergleichbares Beispiel dafür zu finden, bei dem der menschliche Faktor dermaßen im Vordergrund steht, wie zwischen der Türkei und Deutschland.

Wie uns diese Ausstellung zeigt, hatten vor 100 Jahren unseres Länder in einer blutigen Auseinandersetzung ihre Kräfte geeint. Glücklicherweise haben wir heute friedlichere Zeiten. Eines hat sich jedoch nicht geändert. Die Deutschen und die Türken stehen auch heute eng zusammen. Heute haben wir etwa drei Millionen Menschen türkischer Herkunft in Deutschland. Unter ihnen sind solche, die als Abgeordnete oder sogar als Minister hohe Positionen bekleiden. Unter den Deutsch-Türken finden sich erfolgreiche Künstler, Schriftsteller, Filmemacher und Sportler, die Deutschland auch international vertreten. Es sind zahlreiche gemischte Familien entstanden, in denen deutsch-türkische Kinder großgezogen werden. Die türkischstämmigen in Deutschland bemühen sich, um einen positiven Beitrag zur deutschen Wirtschaft und Kultur zu leisten. Handel, Industrie, Kunst, Sport und Wissenschaft. Das sind die neuen Bereiche, in denen die deutsch-türkische Freundschaft, deren Grundmauern vor 100 Jahren im Weltkrieg errichtet wurden, nunmehr auf friedlichem Wege vertieft und gestärkt wird.

Verehrte Besucher,

Der Blick zurück auf die gemeinsame Geschichte sollte uns dazu ermuntern, die Freundschaft zwischen unseren Ländern, die uns von den vorherigen Generationen vererbt worden ist, auszubauen und zu stärken. Das ist die Lehre, die wir für die Zukunft ziehen wollen. Ich begrüße Ihre Ausstellung als einen Schritt in diese Richtung und wünsche mir, dass das Interesse der Besucher für die gemeinsame Geschichte geweckt wird und sie zahlreiche neue Anregungen erhalten mögen.