Türkiye Cumhuriyeti

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Konuşma Metinleri

Almanya Türk Toplumu tarafından Solingen faciasının 20. yıldönümü vesilesiyle düzenlenen konferans, 25.05.2013

Sevgili Mevlüde Teyze, Durmuş Amca,
Sehr geehrte Stellvertretende Ministerpräsidentin Frau Löhrmann,
Sehr geehrter Minister Schneider,
Sehr geehrter Oberbürgermeister Feith,
Sehr geehrte Herr Kolat

Seit dem Ereignis vom 29. Mai 1993, wo die Familie Genç durch Rechtsextremisten verübten Brandanschlag 5 ihrer Familienmitglieder verloren hat, sind 20 Jahre vergangen.

Sie waren aus tausenden Kilometern Entfernung mit großen Hoffnungen für die Zukunft nach Deutschland gekommen und haben Solingen als ihre neue Heimat angenommen und sich hier ein neues Leben gegründet. Durch diese erbarmungslose Tat durch Menschen, die Feinde des gesellschaftlichen Friedens und gemeinschaftlichen Lebens sind, haben sie das größte Leid ihres Lebens erfahren.
Dieses tragische Ereignis, welches das Leben der Familie Genç für immer verändert hat, hat auch in erster Linie im Herzen der Türkei und der in Deutschland lebenden Türken sowie aller Menschen einen trostlosen Schmerz hinterlassen. In diesem Rahmen möchte ich mich daher erst einmal bei allen Menschen, die mit ihrer Teilnahme an dieser Veranstaltung ihre Sensibilität zu diesem Thema offen zutage legen, bedanken.
Meine Damen und Herren,
Seit diesem tragischen Ereignis sind 20 Jahre vergangen, aber wir nehmen mit Bedauern zur Kenntnis, dass krankhafte Vorstellungen wie Rassismus und Ausländerfeindlichkeit heute noch in Deutschland und Europa Anhänger finden.
Erschwerend kommt hinzu, dass die globale Wirtschaftskrise, die auch Europa in seinen Bann gezogen hat, ein fördernder Faktor für rassistische und ausländerfeindliche Ansätze ist.
Die mit dem Hintergrund der Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Islamophobie zunehmend verübten Anschläge auf Häuser, Moscheen, und Vereine türkischer Migranten in vielen Städten Deutschlands führt zur Besorgnis bei der hiesigen türkischen Gesellschaft.
Die in Deutschland zwischen den Jahren 2000 bis 2006 verübten Morde auf 8 Türken und einen Griechen und die zufällig ans Tageslicht geratene Erkenntnis, dass die rechtsradikale Terrorgruppe NSU hinter diesen Machenschaften steckt, hat uns allen leider noch einmal vergegenwärtigt, dass Rassismus und Ausländerfeindlichkeit, ein weiterhin ernstzunehmendes Thema ist. Die Außerachtlassung der Wahrscheinlichkeit, dass diese Morde von Rechtsextremisten verübt sein könnten, und die unterlaufenen Pannen bei den Ermittlungen, hat die türkische Gesellschaft zutiefst verletzt. Dieser Umstand hat das Vertrauen der türkischen Gesellschaft in Deutschland beeinträchtigt und bei den Türkischstämmigen Angst für ihre Zukunft in diesem Land ausgelöst.
In diesem Punkt ist es die größte Erwartung der türkischen Gesellschaft, dass alle rechtsradikalen Übergriffe hierzulande mitsamt ihren Verbindungen aufgeklärt und bestraft werden.


Für ein künftiges friedliches Zusammenleben der deutschen und türkischen Gesellschaft in diesem Land ist es erforderlich, dass Politiker, Künstler, Journalisten, Bürgerrechtsorganisationen, kurzum Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten Verantwortung übernehmen. In diesem Punkt möchte ich erwähnen, dass das standhafte Verhalten der Familie Genç trotz ihres großen und niemals zu kompensierenden Leides, ein beispielhaftes Verhalten für alle gesellschaftliche Schichten darstellt.
Bevor ich meine Rede beende, möchte ich mich vor dem heiligen Andenken der, vor 20 Jahren aus der Blüte ihres Lebens herausgerissenen Saime, Hülya und Hatice Genç, sowie Gülistan Öztürk und Gülsun İnce verbeugen und bitte Gott um ihre Erbarmung. Den übrigen Familienmitgliedern der Familie Genç wünsche ich Geduld.
Auch möchte ich der Opfer der im Jahre 1998 in Schwandorf und 1992 in Mölln verübten ausländerfeindlichen und rechtsradikalen Anschläge und der in den Jahren 200 bis 2006 von Neonazis ermordeten 8 Türken und einem Griechen in Ehren gedenken.
Mit dem Wunsch, dass solch tragische Ereignisse, die eine Schande für die Menschheit darstellen, sich in Deutschland niemals wiederholen, übermittele ich ihnen meine besten Grüße.