Türkiye Cumhuriyeti

Düsseldorf Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Kuzey Ren Vestfalya Eyalet Parlamento'nda çeşitli din ve inanç mensuplarına tahsis edilen odaya seccade bağışlanması töreninde yapılan konuşma, 05.10.2012

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin,
Sehr geehrte stellvertretende Landtagspräsidentinen,
Sehr geehrte Vorsitzender der Glaubensgemeinschaften,
Verehrte Damen und Herren,

Ja, meine Damen und Herren, der Islam gehört zu Deutschland.

Nach den Äußerungen des ehemaligen Bundespräsidenten Wulff und der Frau Bundeskanzlerin Merkel sind wir hier und heute zusammengekommen, um diese Realität noch einmal zu bestätigen.

In Nordrhein-Westfalen leben zum jetzigen Zeitpunkt ungefähr 1,5 Millionen Muslime. Das heißt, dass jeder elfte, der Ihnen auf der Straße begegnet, ein Moslem ist. 33% der in Deutschland lebenden Muslime sind in NRW zuhause. Das, was wir heute hier vornehmen, dient dazu, Besuchern des Landtags die Erfüllung ihrer religiösen Rituale zu erleichtern. Wegen dieser beispielhaften Initiative der Toleranz möchte ich mich bei der Landtagspräsidentin Frau Gödecke bedanken. Diese Initiative, die das Zugehörigkeitsgefühl der Muslime im hiesigen Bundesland verstärken wird, wird auch einen großen Beitrag zu der Integrationsarbeit leisten.

Diese Veranstaltung ruft in mir Erinnerungen an die Zeit hervor, als die Türken vor 50 Jahren nach Deutschland kamen. Die erste Gruppe kam nach Köln und nach ein paar Tagen war schon ihr religiöses Fest, an dem sie gehalten waren, ihr Festtagsgebet zu verrichten. Während man über einen passenden Gebetsort nachgedacht hat, wurde ihnen die Kölner Kathedrale zur Verfügung gestellt. Die Türken waren natürlich sehr glücklich über diese Geste, aber auf der anderen Seite hatten sie Bedenken, ob man an einem Ort mit Skulpturen das Gebet verrichten durfte. Am Morgen des Festtages wurde sodann für sie die Kölner Kathedrale eröffnet und in dem Bereich, der ihnen zur Verfügung gestellt wurde, waren alle Skulpturen mit Decken überworfen.

Und unsere Aufgabe ist es nun, diese Toleranz und gegenseitiges Verständnis fortzuführen.

Ich denke daher, dass Muslime sich hier in Deutschland zu Hause fühlen und möchte mich bei Deutschland, welches diesen Menschen die Arme öffnet. bedanken. Einige Gruppierungen, die gegen Moscheen demonstrieren, sind nicht das Deutschland, das wir kennen. Diejenigen, die hier und heute anlässlich einer solchen Veranstaltung zusammengekommen sind, widerspiegeln das wahre Deutschland. Denn Deutschland ist das Vaterland, welches im Landtag seines grössten Bundeslands neben allen anderen Religionsanhängern auch den Muslimen die Arme öffnet und ihnen damit die Botschaft übermittelt: " Ihr seid auch ein Teil von uns".

Der heutigen Veranstaltung kommt auch im Lichte der insbesondere in den letzten Wochen die deutsche Öffentlichkeit begleitenden jüngsten Entwicklungen grosse Bedeutung zu. Soweit ich weiss, wird eine solche Praxis zum ersten Mal in Deutschland im NRW-Landtag eingeführt. Vor ein paar Wochen ist in der JVA Düsseldorf, als eines der grössten Strafanstalten der Region, mit Unterstützung unseres Generalkonsulats, eine Gebetsstätte eröffnet worden. Das war auch erstmalig. Dieses Jahr ist zum ersten Mal in den Schulen in NRW islamischer Religionsunterricht eingeführt worden.

Das sind alles Beispiele, die zeigen, wie weit NRW mit seiner Toleranzkultur ist.

Zum Schluss möchte ich mich, voran bei Frau Gödecke, bei allen bedanken, die zu dieser bedeutungsvollen Veranstaltung beigetragen haben.

Vielen Dank!